Glücksspielsucht => Aktuelles und Termine => Thema gestartet von: Ilona am 24 Juni 2009, 14:40:46
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Im Gesundheitsausschuss des Bundestages findet am 1. Juli 09 eine Anhörung zum thema "Prävention der Glücksspielsucht" statt. Alle dokumente (Liste der Sachverständigen, Stellungnahmen etc) sind im Internet auf der Seite des Bundestages nachzulesen.
Was sagt ihr als Experten dazu? Bringen die Vorschläge was? Ist das Problem richtig beschreiben?
LieGrü, Ilona
http://www.bundestag.de/ausschuesse/a14/anhoerungen/127/index.html
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zumindest ein Anfang !
Aber solange Sauselmann die Politiker weiter schmiert, wird sich da nichts grundlegendes ändern.
Ich möchte mich ausdrücklich bei den drei Politikern, die von Lobbyisten keine "Vorteile", welcher Art auch immer annehmen, entschuldigen; "Sie" sind natürlich nicht gemeint.
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Wer an dieser öffentlichen Anhörung als Gast teilnehmen möchte, kann sich formlos bei der unten aufgeführten Adresse anmelden (mit Geburtsdatum). Zum Einlass in den Reichstag ist dann noch erforderlich, dass die Gäste ihren Personalausweis mitbringen.
Deutscher Bundestag
Ausschuss für Gesundheit
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Telefon: +49 (0)30 227 32407
Fax: +49 (0)30 227 36724
E-Mail: gesundheitsausschuss@bundestag.de
Hier noch der Text der Einladung, aus dem Ort und Zeit hervorgehen.
http://www.bundestag.de/ausschuesse/a14/anhoerungen/127/TO.pdf
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Hallo Ilona
habe mir gerade die vorliegenden Stellungnahmen angesehen. Es wäre ja sehr zu hoffen, dass Politik versteht, um was es hier geht. Leider erfahren ja gerade die gewerblichen Spielhallen enormen Zulauf. Es wäre wirklich an der Zeit, die SpielV bzw. die GewO zugunsten des Verbrauchers (Spielers)zu novellieren. Wünsche uns allen das rechte Wort zur rechten Zeit, dir viel Kraft für das weitere Vorgehen.
Angie
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Hallo Angie,
erkannt ist das Problem. Wenn man die Stellungnahmen liest, fällt ja auf, dass alle Sachverständigen (mit Ausnahme derer, die diese Spiele anbieten bzw. betreiben) einen großen Handlungsbedarf in Bezug auf die Regulierung der Geldspielautomaten sehen. Jetzt kommt es "nur" noch darauf an, diese Erkenntnis umzusetzen.
Viele Grüße, Ilona
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Hallo Jungs,
was ist los? Seid ihr alle lesefaul (außer Chris). Würde doch gern wissen, wie ihr die Stellungnahmen und die darin enthaltenen Vorschläge so findet:.
Also, nix wie ran an die Tastatur ;-)
Ilona
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es ist seit langem bekannt, das die spielhallen meisst nur von süchtigen leben
und das wollen sie sich nicht vermasseln die süchtigen auszupressen wie eine zitroe.
und was sagt die politik ???
die schauen gerne weg bzw reden sich raus das is schon bekannt
und die automatenindustrie is sich sehr wohl bekannt wenn es zu eine zugangskontrolle
wie an casinos kommt sie ca 50 bis 60% der hallen zumachen müssen
weil das publikum das geld da lässt dann ausbleibt .
deswegen setzen die alle hebel in bewegung um die politiker zu kaufen das nennt mann
in deutschand lobbyarbeit was anders ausgedrückt wen es in 3 te welt ländern passiert
bestechung heisst .
is traurig aber leider tatsache geld regiert die welt
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Hallo Ilona,
ich kann es nur begrüßen, daß endlich ein Weg zur Prävention gesucht wird.
Ich hoffe sehr, daß dabei die Aufgabe: Süchtige helfen Süchtigen also in Spieler - Selbsthilfegruppen betont bleibt, und das Herzstück der Hilfe ist, die aber gerne durch ärztliche professionelle Arbeit von Medizinern und Sozialarbeit unterstützt wird.
Das Ermuntern der Obrigkeit hellhörig zu bleiben tut zwingend Not.
Schöne 24 Stunden
Andreas
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Bin mal gespannt was unsere Politiker zum Thema sagen.
Die Meinung der Fachleute ist klar .
Ist wäre ja schon höchst seltsam wenn trotz der Meinung dieser Fachleute die Politiker die Neuregelung verweigern.
Meines Erachtens müsste man garnicht soviel machen . Man sollte es nur ermöglichen wie bei Casinos auch eine wirksame und verbindliche Selbstsperre durchführen zu können. Diese führt dazu, dass bei Missachtung der Auftseller die Verluste zurückzahlen muss.
Dann hat jeder Spieler die Möglichkeit sich zu sperren.
Ach ja in Kneipen und Gaststätten gehört sowieso kein Glücksspiel.
Ilona viel Erfolg, und danke für deine Arbeit!
Bin sowas von gespannt was dabei heraus kommt.
Wann kann denn frühstens mit Ergebnis gerechnet werden , morgen ist ja nur eine Anhörung.
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Hallo zusammen,
tja, jetzt endet ja erstmal die Legislaturperiode und das Thema ist vertagt -es sei denn die Bundesländer werden noch in irgendeiner Form aktiv. Die Stellungnahmen sind aber sowas von eindeutig. Alle, wirklich alle unabhängigen Experten sagen übereinstimmend aus, dass die Automatgen das größte Problem darstellen. Da kann die Politik eigentlich nicht dran vorbei. Mal sehen, wie es dann in der nächstern Legislaturperiode weitergeht.
Einige Anhörungen werden ja im Parlaments TV übertragen. Einfach mal auf der Bundetagsseite vorbeischauen.
Alles Gute, muss jetzt los!
Ilona
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Und was sagt ihr hierzu: ???
Ein Monatslohn in fünf Stunden verzockt [/b]
Medium: Süddeutsche Zeitung
Datum: 1.7.2009
Von Hannah Wilhelm
Während staatliche Casinos streng geregelt werden, darf an Spielautomaten munter gezockt werden - jetzt wollen Politiker dagegen vorgehen.
330 Euro weg, verloren in nur drei Sekunden. Aus, vorbei. Eben noch war alles auf einem guten Weg. Er war ein Gewinner, die bunten Lämpchen auf dem Spielautomaten blinkten aufgeregt. Dann drückte er mit unsicherer Hand die Risikotaste. Wo es doch gerade so gut lief, wollte er den Gewinn noch mal verdoppeln. Stattdessen sind plötzlich 330 Euro weg, in drei Sekunden, einfach so.
Nach fünf Stunden und 37 Minuten sind 1450 Euro verloren. Versackt, irgendwo in den vier Automaten, an denen der Mann, Mitte 40, schütteres Haar, heute gleichzeitig gespielt hat. Verspielt, im Namen der Wissenschaft, im Auftrag von Gerhard Meyer, Professor an der Universität Bremen. Sein Spezialthema ist die Sucht nach dem Spiel, dem Glücksspiel. Wobei - offiziell handelt es sich bei dem Zocken am Automaten gar nicht um Glücksspiel. Und eben das ist das Problem, findet Meyer.
Glücksspiel in Deutschland
Kein Glück im Spiel
Glücksspiel, also Casinos oder Lotto, ist hierzulande in staatlicher Hand. Die verlockend blinkenden Spielautomaten dagegen hängen in privaten Spielhallen, außerdem in oft nach abgestandenem Rauch riechenden Eckkneipen. Insgesamt 22.5000 von ihnen hängen oder stehen in Deutschland - und an ihnen Geld zu verlieren, ist offiziell kein Glücksspiel. Zwar handelt es sich ebenso um ein Spiel mit dem Glück, doch die Definition ist eine andere: "Spielgeräte mit Gewinnmöglichkeit", so schrieb es das Bundeswirtschaftsministerium in einem Brief im vergangenen Jahr.
Nahezu unreguliertes Gebiet
2008 verdienten die Aufsteller mit den Automaten 3,25 Milliarden Euro, die staatlichen Casinos gerade mal 723 Millionen. 12.300 Spielhallen gibt es in Deutschland, sie schießen wie Pilze aus dem Boden, vor allem in Bahnhofsvierteln, wo ihre Lampen mit denen der Sexshops grell um die Wette leuchten. Der Gesamtverband der Suchtkrankenhilfe stellt eine Verlagerung der Kunden aus den staatlichen Spielbanken in die Spielhallen fest, also in fast unreguliertes Gebiet. "Es ist ja offiziell kein Glücksspiel, deshalb schert es niemanden so recht", sagt Meyer.
Ihn schert es schon. Und das will er an diesem Mittwoch auch als Sachverständiger vor dem Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestags sagen. Die Grünen haben eine Anhörung zum Thema Glücksspielsucht beantragt. Eben deshalb schickte Meyer in der vergangenen Woche seinen Testspieler los, in eine Spielhalle in Göttingen, in der Tasche 1450 Euro, das durchschnittliche Nettomonatsgehalt eines deutschen Arbeitnehmers. "Und dieses Geld war nach fünf Stunden und 37 Minuten weg in der Spielhalle", sagt der Wissenschaftler, "man kann also auch an diesen vermeintlich ungefährlichen Automaten ein Vermögen verlieren." Es gibt Auflagen für diese Automaten, die in der sogenannten Spielverordnung geregelt sind. Diese wurde zuletzt Anfang 2006 überarbeitet: Seitdem dürfen bei einem Einsatz von 20 Cent höchstens zwei Euro gewonnen werden, insgesamt darf der Gewinn pro Stunde nicht höher als 500 Euro sein, der Verlust nicht höher als 80 Euro.
Riskantes Spiel an mehreren Automaten gleichzeitig
Meyer nun wirft der Automatenindustrie vor, diese Vorgaben zu umgehen. "Vor allem, indem nicht um Geld, sondern um Punkte gespielt wird", erklärt er. "Statt 1000 Euro gewinnt oder verliert man eben 100.000 Punkte, die dann anschließend in einen Geldbetrag umgerechnet werden. Und so versteckt können plötzlich doch höhere Summen gewonnen werden als zulässig - und eben auch verloren." Außerdem spielten viele Besucher an mehreren Automaten gleichzeitig. "Nach einem Verlust von 80 Euro ist ein Gerät offiziell ja für eine Stunde gesperrt, aber dann wird eben an den anderen weitergezockt."
Auch der Arbeitsausschuss Münzautomaten wird sich am Mittwoch vor dem Gesundheitsausschuss äußern. Seine Argumente: Die Branche habe längst reagiert, beispielsweise mit Informationsangeboten zur Gewinnspielsucht und durch die Schulung von Personal.
Das Personal hielt den von Gerhard Meyer beauftragten Testspieler im Übrigen nicht davon ab, einen Monatslohn zu verspielen. Als er einem Angestellten sein Leid klagte, er habe so viel verloren, sagte der besänftigend: "Keine Sorge, da muss ja bald was kommen."
Link: http://www.sueddeutsche.de/finanzen/478/476985/text/
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Hallo Ilona,
die Stellungnahme der "Fachleute" überrascht bestimmt niemanden. Ich denke Du selbst weißt auch wie der Hase läuft. Jetzt gibt es erst einmal die Bundestagswahl. Die Zeit SPIELT mal wieder für die Big-Player. G-auselmann u. Co. pflegen die wichtigen Kontakte u. dann verläuft die Sache wieder im Sande. Nicht, dass ich es mir so wünsche. Aber die Vergangenheit hat es doch eindrucksvoll gezeigt. Bis jetzt war noch nicht eine Regierung auf Landesebene dazu bereit sich wirklich mit dem Thema zu beschäftigen. Dafür gibt es leider nur einen Grund....Geld..Geld u. nochmals Geld.
Allerdings bin ich mir auch sicher...je länger es Personen, Verbände, Fachleute u. hoffentlich endlich auch mal Juristen gibt, die sich weiter für den Spielerschutz einsetzen, dann gibt es auch irgendwann ein postives Ergebnis. Es ist nur verwunderlich, für mich persönlich, dass kein Jurist sich wirklich an das Thema heran traut. Oder gab es bis jetzt eine Klage gegen das Gewerberecht-unter das diese Automaten rein juristisch ganz sicher nicht fallen, obwohl es bis jetzt geduldet wird. Allein die Zugangsmöglichkeiten, ohne jegliche Beschränkung, ohne jegliche "Verlustbeschränkung", ja selbst mit EC-Cash-Versorgung..ständiger Werbung-keine Beschränkung der Öffnungszeiten-Erfassung sämtlicher Kundendaten-Spielverhalten u.s.w.
Das "Schlimmste" an der Geschichte. Sobald ein Betreiber eine gewisse "Größe" erreicht hat, bring eine Beschwerde beim Ordnungsamt überhaupt nichts. Ich selbst kenne einen Betreiber dem geht dies am berühmten A... vorbei. Die "Verbindung" zum Ordnungsamt wird entsprechend "gepflegt" u. somit geschieht überhaupt nichts.
Naja, jetzt habe ich meine Sicht der Dinge geschildert.
Weiterhin viel Erfolg u. Durchhaltevermögen wünsche ich.
Mike
*Manchmal führt es auch zum Erfolg eine nicht aussichtsreiche Klage einzureichen. Oft ebenet so etwas den Weg zu einer neuen Klage u. zu einem erweiterten Bewußtsein. Ich kenne bis heute keinen Sportler auf der Welt, der im ersten Wettkampf einen "Weltrekord" erreicht hat.*
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Hallo zusammen,
habe mir gerade angesehen, die Subsumtion der Debatte auf der Seite des Bundestages angesehen. Das ist ausgesprochen mau! Ich gebe dir Mike sowas von Recht! Sind doch manche Ordnungsämter von den Automatenverbänden oder dem Sonnenschein auf Wegsehen getrimmt. Es gibt doch tatsächlich Ämter, die von denen auch geschult (?) werden. Wenn ich mir ansehe, wieviele drei- ja vierfach Hallen unter einer Sonne erblühen, frage ich mich, wie kann das denn sein. Steht nicht anderes im Gesetz!? In manchen Kaufhausketten (Real) stehen Geldspielgeräte vis-a-vis der Kinderspielecke. Und was macht ein Geldspielgerät auf dem U-Bahnhof in Hamburg? Fragen über Fragen, die sich geradezu aufdrängen? Und wenn schon jetzt das Recht nicht eingehalten, auf was beleibt denn dann noch zu hoffen. Ja, Ilona, die Legislaturperiode ist beendet, bis der neue Bundestag arbeitsfähig ist, vergehen wertvolle Zeiten, Zeiten, in denen Spielsüchtige unter staatlicher Absolution geradezu auch gezüchtet werden. Doch lasst uns zusammen dranbleiben, denn nur gemeinsam sind wir stark!!!!!!!!
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Hallo Angie,
ja das ist ein ríesiges Ärgernis. Es gibt in der Tat Behörden, die ihre Mitarbeiter zu Schulungen entsenden, die direkt von den Anbietern sind. Ich habe es kaum geglaubt, als ich das das erste Mal gelesen habe. Trotzedem gibt es ja auch inzwischen richtig gute Leute bei den Ordnungsämtern, den Steuerfahndungen, der Polizei etc. Die erkennen sofort, wo es hakt, wenn sie eine Spielhalle begehen. Aber wie gesagt, das sind Ausnahmen! Die Ordnungsamtsmitarbeiter haben ja noch ne Menge anderer Aufgaben. Die siond technisch und personell überfordert!
Die Anhörung war besser als der Pressetext es vermuten lässt. Die Vertreter der Automatenseite war völlig isoliert. Alle, wirklich alle haben den Handlungsbedarf bei der Neuregulöierung der Automaten betont. Sobald das Protokoll da ist, stelle ich es hier ein.
Die Anhörung ist ja auch im Parlaments TV nachzusehen. Hier der Link: http://webtv.bundestag.de/iptv/player/macros/_v_f_514_de/bttv/od_player.html?singleton=true&content=244396
Herzliche Grüße, Ilona
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Hallo zusammen,
das Thema lässt mich ja immer noch nicht los. Hat mal jemand daran gedacht, eine Petition einzureichen, oder hat sich vielleicht schon jemand mal daran gemacht? Wenn ja, mit welchem Erfolg, wenn nein, warum eigentlich nicht? Man soll ja ein Thema solange am Kochen halten, bis jemand eine Entscheidung trifft, damit er seine Ruhe hat. Ich habe gerade Lust darauf, Druck zu machen.
Gruß Angie
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Liebe Angie,
jetzt ist nicht gerade die allerbeste Zeit für eine Petition - so kurz vor den Wahlen. Aufgeschoben sollte aber nicht aufgehoben sein. Wir könnten schon eine Menge Bürger mobilisieren, die unser Anliegen unterstützen. Das will aber vorbereitet werden. Schnellschüsse könnten schaden.
Vielleicht sollten wir im Wahlkampf mal unsere Bundestagskandidaten besuchen und sie über das Problem informieren. Es kann doch nicht sein, dass die ihre Infos immer nur von einer Seite beziehen.
Ich habe das übrigens schon mehrfach gemacht. Einige waren anfangs verblüffr, wenn man nichts von ihnen wissen will, sondern sagt: Ich möchte Sie über ein Problem informieren.
viele Grüße, Ilona
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Hallo Ilona,
das ist ein guter Ansatz! Werde mich mal der Politik zuwenden, wenn nicht jetzt, wann denn. Die Politiker werden nach der Sommerpause auf Stimmfang gehen und da können wir ja alle einmal mehr für Verblüffung sorgen. Halte euch auf dem laufenden.
LG Angie
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Hallo zusammen,
hat denn jetzt mal jemand den Beitrag im Parlaments TV gesehen? Falls ihr technische Schwierigkeiten habt (so wie ich...)folgender Tipp: Derzeit ist der Beitrag nur mit einem älteren Real Player zu sehen (Version 8-10). Das soll aber bald umgestellt werden, so dass der Zugang zu dem Beitrag leichter wird.
Über Rückmeldungen freue ich mich
Ilona
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Liebe Ilona,
in der Tat ist es mir nicht gelungen, den Beitrag anzusehen. Hoffe also sehr, dass die Möglichkeit bald gegeben ist.
Angie
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Hallo Ilona,
ich muss mich mal ganz besondern innig bei Dir entschuldigen. Habe den Thread aufmerksam verfolgt, die Eingaben gelesen, mir die Sitzung angeschaut (allerdings nur die erste Stunde bisher geschafft), aber leider nicht die Zeit oder die Muße gefunden, mich hier darüber zu äußern. Übrigens teile ich Dein Gefühl, dass die Automatenindustrie doch sehr isoliert dort aufgetreten ist - besser ... gezwungen wurde, dort sehr isoliert aufzutreten. Was mich dann aber wieder sehr sauer gemacht hat, war der der Pressebericht über irgendeine Veranstaltung am gleichen Abend in Berlin, zu der die Politiker in Scharen strömten - gab wohl was umsonst!
Aber nun wieder zurück zu Deiner Frage:
Besonders aufmerksam habe ich mir natürlich die "Antworten" der Industrie verinnerlicht. Und ich habe hierzu eine Idee: nachdem diese sich so vehement für die Prävention einsetzt, was ich der Aufzählung entnommen habe, werde ich mir in einem Imbiß in unserer Nähe, in welchem ich vor kurzem voller Entsetzen eines dieser Geräte wahrgenommen habe, genauer anschauen. Ich bin mir fast sicher, dass ich jede einzelne Aussage der Industrie gemäß Prävention widerlegen kann. Gerne teile ich Dir das Ergebnis dann mit. Und ich werde die entsprechenden Behörden bei uns informieren, zumal ich in einem anderen Bereich schon Erfolg zu verzeichnen hatte:
So ganz nebenbei bin ich durch den Beruf meines Mannes dahintergekommen, dass sich in 3 Spielhallen in unserem Ort illegale Wettbüro's befinden. Ich habe das Ordnungsamt unserer Stadtverwaltung darauf aufmerksam gemacht. Zumindest in einer dieser Hallen ist seit kurzem
keine Sportwette mehr möglich! Da ich selbst keine Spielhalle mehr betrete, bin ich leider auf die Info's durch unsere Kundschaft angewiesen, die mir für die anderen beiden Hallen bisher noch fehlen. Außerdem gehen die Sportwetten ja erst wieder im August richtig los.
Um noch einmal auf das "voller Entsetzen eines dieser Geräte wahrgenommen" zurückzukommen:
es war ein wirklich einschneidenes Erlebnis für mich und ich finde, dass es indirekt auch etwas mit der Umsetzung einer wirkungsvollen Prävention zu tun hat. Deshalb möchte ich es gerne hier erzählen und bin sogar supergerne bereit mich über dieses Erlebnis auch mit den Verantwortlichen der Industrie auseinanderzusetzen, was diese aber eher dankend ablehnen werden wie ich vermute. Vielleicht kann aber einer der Mediziner etwas damit anfangen!? Deshalb hier eine kurze Schilderung:
ich wollte einige Hamburger in einem Imbiß einkaufen. Während ich darauf wartete, dass meine Bestellung ausgeführt wurde, erklang ein mir vertrautes Geräusch, was mich unwillkürlich in die Richtung blicken ließ aus der es kam. Mir blieb fast die Spucke weg. Es war eines dieser ganz neuen Geräte, die ich bislang nur aus den Texten der Foren kannte, welches aber als Demo eine Version zeigte, die ich bei bis zum Ende meines Spielens vor 3 Jahren bevorzugte. Ich war wie hypnotisiert. Ich hatte 15 Euro in der Hand. Meine Gedanken überschlugen sich: fällt nicht auf, wenn die fehlen - sind schneller weg, als Du denken kannst - bist Du eigentlich verrückt geworden, so etwas zu denken - ach, stell' Dich nicht so an - und was passiert, wenn jemand reinkommt, der Dich kennt - 15 Euro, was solls - soll alles wieder von vorne anfangen? - was tust Du hier überhaupt, bist Du noch ganz richtig im Kopf - einmal nur - Du weißt, dass einmal wieder ganz von vorn bedeutet - na und - jetzt ist aber genug - und vieles vieles mehr.... Es ging schätzungsweise maximal eine halbe Minute, in der sich meine Gedanken überschlugen, exakt bis mich die Bedienung fragte, ob mir nicht wohl sei, da kam ich wieder zu mir und ertappte mich dabei, dass ich auf dieses Gerät schon einige Schritte zugegangen war.
Ich bin jetzt ab nächsten Monat für 3 Jahre abstinent und ich habe vor es zu bleiben. Ich war noch nie so kurz davor, einen Rückfall zu bauen. Ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn die Bedienung mich nicht nach meinem Wohlbefinden gefragt hätte. Später konnte ich mir das Gerät genauer anschauen mit dem gewohnten Maß an Selbstvertrauen, dass ich mir in den letzen Jahren erarbeitet habe. Da ich aber wohl immer noch sehr aufgeregt war, bin ich nicht sicher, ob dass was ich wahrgenommen habe, wirklich zutrifft. Deshalb habe ich mich mit meiner Tochter verabredet für das übernächste Wochenende. Dann wollen wir uns dieses Gerät in diesem Imbiß noch einmal ganz eingehend unter die Lupe nehmen und ich bin mir sicher, den hochgelobten Präventionskatalog der Industrie Wort für Wort auseinandernehmen.
Ich danke Dir für Deine Geduld
Pünktchen
P.S. das mit den Bundestagsabgeordneten kann ich nur befürworten und ich habe schon eine Anfrage laufen, wann die nächste Sprechstunde, die bei unserem alle halbe Jahr stattfindet, ist.
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Hallo Ilona,
kann mir den Beitrag auch nicht ansehen. Echt schade.
*Selbst wenn diese "Automaten" auch in Zukunft unter das Gewerberecht fallen, so sollte es doch möglich sein "Einlaßkontrollen" wie im Automaten-Casino durch zu führen. Die bereits vorhandene Sperrdatei könnte doch von den Spielhallen-Betreibern übernommen u. erweitert werden. Technisch dürfte das überhaupt kein Problem sein.
Betreiber, die diese Auflage nicht erfüllen, erhalten keine Lizenz. Der Spielerschutz muß "nur" ausgeweitet werden.
Klar, viele Betreiber werden jammern. Technisch nicht möglich, kein Personal, Gewinne brechen ein u.s.w.....
Diese Argumente kennen wir doch von den Betreibern der Automaten-Casino. Und was ist geschehen?? Nachdem das Urteil des BGH gesprochen wurden, konnte jedes Casino die Auflagen "über Nacht" erfühlen. So wird es auch in diesem Fall sein.
Liebe Grüße
Mike
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"Nachdem das Urteil des BGH gesprochen wurden, konnte jedes Casino die Auflagen "über Nacht" erfühlen. So wird es auch in diesem Fall sein."
Es gibt ein Handycap: es wird nicht von allein passieren, sondern wirklich nur dann, wenn alle, denen es möglich ist, Ihre Scherflein dazu beitragen.
Ich bin dabei!
Mikesch
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Hallo zusammen,
wann immer ich im Forum bin, bedrückt mich, dass es jede Menge Einrichtungen, Gesetze, Vorgaben etc. gibt, ohne dass diese zum Schutze gegen Spielsucht genutzt werden. Habe ganz überraschen für mich gefunden, dass es einen länderübergreifenden Fachbeirat Glücksspielsucht gibt, der die Länder bei der Wahrnehmung ordnungsrechtlicher Aufgaben unterstützt und berät. Dieser Fachbeirat ist offensichtlich beim Hessischen Ministerium des Innern und Sport angesiedelt. Weiß jemand, was die machen und wofür die bezahlt werden?
LG Angie
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Liebe Angie,
hier der Link zu der Seite des Fachbeirates www.fachbeirat-gluecksspielsucht.de
Das bundesweite Gremium, in dem ich auch Mitglied bin, ist an das Hessische Innenministerium angegliedert. Vertreten sind dort ausschließlich Kollegen, die bislang nicht mit Glücksspielanbietern zusammengearbeitet haben, bzw. für sie tätig waren.
Soviel auf die Schnelle, liebe Grüße
Ilona
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Vielen Dank Ilona,
da bin ich aber beruhigt, dass du dabei bist. Vielleicht magst du ja bei Gelegenheit mal mitteilen, was die so machen und was dem Beirat zugearbeitet werden kann.
Eine gute Info habe ich, hinsichtlich der Werbung für das Tennis-Turnier hier in Hamburg. Der illegale Sportwettenanbieter darf nicht werben, wäre sowieso nicht im Einklang mit der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Werbung für Glücksspiele. Aber manchmal wird sich ja nicht getraut, klar Position zu beziehen.
LG Angie
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Hallo Pünktchen,
so etwas braucht immer einen langem Atem. Umso schöner, dass Du auch Deinen Beitrag dazu leisten möchtest.
Für das BGH Urteil mußte sehr viel Vorarbeit geleistet werden. Es waren mutige Menschen erforderlich, die sich trotz erheblicher Widerstände nicht von Ihrem Weg haben abbringen lassen. Dazu zähle ich mich auch.
Gruß
Mike (ohne sch)
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Hallo Pünktchen,
deine Ergebnisse in Hamburg würden mich sehr interessieren, aber pass auf dich auf!!
Angie
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Hallo ihr Lieben,
jetzt könnt ihr die Anhörung auch sehen. Der Bundestag hat die Technik verbessert:
http://webtv.bundestag.de/iptv/player/macros/_v_f_514_de/bttv/od_player.html?singleton=true&content=244396
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So, am Sonntag waren wir (mein Floh und ich) noch einmal in diesem Imbiß und haben uns das Gerät genauer angeschaut. Außer den Eindruck wg. Suchtgefahr und der Telefonnummer der Bundessuchtzentrale keinerlei weitere Hinweise, geschweige denn Broschüren oder ähnliches.
Die Verkäuferin wollte unbedingt wissen, was wir an diesem Gerät denn zu schaffen hätten, wenn wir nicht spielen und als ich sie nach Flyern fragte, hatte sie davon noch nie etwas gehört - schon gar nicht, dass die ja eigentlich ausliegen sollten.
Aufgefallen ist mir, dass alle Spielanleitungen zu Einsätze, Gewinnmöglichkeiten ect. - die an alten Geräten immer sehr kleingedruckt irgendwie mit angebracht waren dort gänzlich fehlen. Es gibt lediglich eine Hilfetaste, die aber erst dann betätigt werden kann, wenn ein Spiel angewählt ist (das geht auch ohne Geld). Darunter sind dann viele weitere
Buttons (z. B. Risiko, Gewinnliste usw) über Touchscreen ersichtlich, die allerdings alle
nicht funktionierten. Ich denke, die Funktionen sind erst im eigentlichen Spiel möglich, wenn überhaupt. Ansonsten kann man über die Hilfefunktion lediglich lesen, dass der Einsatz 20 Cent beträgt und das der Geldzähler nicht mehr als 25.00 € aufzählt. Außerdem ist dort exakt erklärt, wie eine sogenannte Turbotaste funktioniert, die - aber das wissen die meisten sicherlich - dazu dient, Geld in Punkte umzuwandeln und wieviel Geld ein Punkt wert ist. Ob's auch umgekehrt möglich ist? Somit kann der Einsatz also bequem maximiert werden, wenn ich's richtig interpretiert habe, auf mind. 10 € pro Spiel. Ach ja, die Mindestspieldauer von 5 Sek. wird auch noch erwähnt. Nun die große Frage: ist das gesetzlich zulässig?????????
Weiß das jemand? Soviel zu dem Thema Höchsteinsatz!! Überhaupt ist dort nirgends die Rede von "Höchst- oder Mindest" sondern immer feinsäuberlich umschrieben. Ach ja, die maximale Gewinnsumme pro Stunde ist übrigens auf 500.00 € begrenzt. Das steht dort auch noch geschrieben.
Ich hoffe nicht, dass dieser Beitrag jetzt jemanden triggert. Das ist nicht mein Ziel. Ich möchte lediglich darstellen, wie die Manipulation zur aktuellen Gesetzesgebung funktioniert.
@ Mike (ohne sch)
ich würde auch gern aktiv mehr dazu beitragen, dass sich etwas ändert. Es kann doch nicht sein, das z. B. die Verwaltungsgerichte in Berlin die Schließung von Wettbüro's unterbinden, weil der Gesetzgeber bislang nichts gegen die Spielhallen unternommen hat.
Ich denke, die Zeit ist überreif.
Pünktchen (auch Mikesch genannt)
übrigens habe ich heute mal per Mail unseren Landtagsabgeordneten kontaktiert - bin mal ganz gespannt, ob und was dabei rumkommt.
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Hallo Pünktchen,
da bin ich ja mal echt gespannt ob u. welche Reaktion Du von dem Politiker bekommst. Leider wurden die neuen Bestimmungen von der Automatenindustrie entsprechend "ausgenutzt". Ob das rechtlich zuläßlich ist stelle ich auch in Frage. Nur wer kontrolliert das? Wer hat Zeit dazu? Wer ist qualifiziert? Wer hat ein Interesse daran? Die Lobby der Automatenindustrie ist so etwas von gewaltig. Bis jetzt haben die Politiker ganz im Sinne von Gauselmann u. Co entschieden.
Konnte mir die Anhörung endlich anschauen. Inhaltlich waren die Aussagen ja recht deutlich. Ich persönlich hoffe, dass es nicht nur eine "Überarbeitung" der Gesetztesgrundlagen gibt, sondern das diese Automaten
1) Aus Gaststätten ganz verschwinden
2) Entweder ein Monopol, gleichgestellt mit den staatl. Spielbanken-also mit Sperrdatei o. die Auflage einer Sperrdatei auch für das Gewerberecht gilt.
Meine Befürchtung ist allerdings, dass das Thema nach der Wahl wieder in den Hintergrund gedrängt wird.
Bis dann
Mike
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Weis jemand was aus der Sache nun geworden ist. Bzw ist mit einer Änderung zu rechnen. Ich sehe nämlich immer mehr Spielhallen; von Monat zu Monat!
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Hallo,
das würde mich auch interessieren. Ist die weitere Vorgehensweise schon geregelt?
Schönes Wochenende
Mike
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Hallo,
der neue Gesundheitsausschuss wird sich mit diesem Thema weiter befassen. Aber erstmal muss sich der Bundestag ja mal konstituieren. Das dauert jetzt noch ein bisschen.
Die Automatenjungs waren wohl -zu Recht- nicht so ganz glücklich mit ihrem Auftritt vor dem Ausschuss. War ja auch seltsam: die kannten scheinbar alle Fragen und kramten immer in ihren Papieren nach der richtigen Antwort. Jedenfalls haben sie allen Mitgliedern des Ausschusses noch einmal einen langen Brief geschrieben.
Ich halte euch auf dem Laufenden
viele Grüße, Ilona
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Wollte nocmal anfragen ob sich der Bundestag mittlerweile konstitutiert hat! ???
Desweiteren würde mich mal interessieren wie man als Bürger diesen Fall bzw den Gang der Dinge beobachten kann (Status etc.)
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Hallo,
wollte mal nachfragen was aus so einer Veranstaltung geworden ist .
Ich meine, da war irgendwie jeder der in irgendeinerweise mit Glücksspiel zu tun hatte vertreten und wurde gehört.
War das letzlich nur so eine Pseudoinformationsveranstaltung, die den Steuerzahler Unsummen von Geld gekostet hatte oder ist da was in Bearbeitung?
Ilona , es wäre schön wenn du uns/mir mal sagen könntest was aus so einer Veranstaltung dann für Handlungen folgen (sollten).
Danke ???
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Hi,
ich frage mal nach und informiere euch dann. Die GRÜNEN hatten ja als nächsten Schritt die Anfrage gestartet. Die Antwort hatte ich eingestellt.
viele Grüße, Ilona