Glücksspielsucht => Plauderecke => Thema gestartet von: Mila am 25 November 2015, 21:00:00
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Hallo, seit Tagen lese ich ´mir eure Geschichten durch und dachte, vielleicht wird auch mir dieses Forum helfen. Ich fange einfach mal an von mir zu erzählen:
Ich heiße Mila bin 23 Jahre jung und spiele jetzt seit 6 Jahren. Bei mir fing es nicht durch Gewinne an. Die Langeweile, die bunten Bilder und das Glücksgefühl wenn man Freispiele kriegt waren ´meine Auslöser.
Ich bin damals mit meinem Freund, im Winter als es so kalt war, in die Spielothek gegangen, weil wir nicht wussten, was wir sonst bei der Kälte noch machen sollen. Mir haben diese Flimmer Kisten einfach gefallen, diese bunten Bilder, das Ambiente usw.
Ich wollte plötzlich jeden Tag dort hin, mein Freund nur selten, vielleicht einmal Mal im Monat. Alleine habe ich mich zunächst nicht getraut. Somit ging auch ich nur ganz selten hin.
Wir wurden 18 und gewannen an einem Abend 1500€, kauften uns damals ein Auto von dem Geld.
Ich habe meine Ausbildung fertig gemacht. Ja und dann ging es richtig los.
Ich nahm einen Kredit auf, um mir ein besseres Auto zu kaufen. Es waren damals zunächst 10.000€. 7000€ gingen für ein Auto weg.
Ich brachte meinen Freund täglich zur Arbeit und danach ging es los, ich bin alleine in die Casinos gegangen, hatte ja genügend Geld, jetzt wo ich den Kredit aufgenommen habe. Dann kam auch gleich am Anfang dieses tolle Bild, 6000€ hatte ich gewonnen.
Das Geld habe ich nie zur Bank gebracht. Sondern war an jedem freien Tag zocken.
Mein Freund wusste von nichts auch nichts vom Kredit. Als das Geld alle war, habe ich meinen Dispo ausgeschöpft, danach eine Kreditkarte zugelegt, danach mein tolles neues Auto verkauft und danach den Kredit erhöht.
Momentan belaufen sich meine Schulden auf etwa 11.000€ was noch human ist, wenn ich hier die Schulden von anderen sehe aber trotzdem ist es natürlich rausgeschmissenes Geld.
Naja ich wurde schwanger, habe sofort aufgehört zu rauchen & zu spielen.
Irgendwann kurz vor der Geburt war mir extrem langweilig, ich fuhr an meiner Stamm Spielothek vorbei und dachte mir, hey jetzt bist du ja nicht mehr süchtig, kannst ja für 50€ ne Runde spielen gehen. Ja und dann fing es wieder an.
Letztes Jahr verließ mein Freund mich nach fast 10 Jahren weil er es satt hatte, das ich nicht mit dem Geld umgehen konnte, er wusste ja nicht, das ich spiele.
Nach 4 Monaten wollte er wieder zurück zu mir und seinem Kind aber nur wenn wir ein gemeinsames Konto etc. uns machen. Ich war natürlich dafür. Ja es wurde noch schlimmer, weil er ja mehr Geld auf dem Konto hatte und ich dann die Vollmacht für das Konto besaß.
Ja es flog auf, er verzieh mir. Mittlerweile habe ich all seine Kreditkarten bís zum Limit voll ausgeschöpft.
Erst dann begann ich zu verstehen, das ich krank bin. Ich habe so oft Versucht aufzuhören aber ich schaffe es einfach nicht. Ich habe so ein hoch angesehenen Beruf, wo ich auch noch mit Geld zu tun habe, es wird einfach immer auffälliger weil ich mir dort auch noch unerlaubterweise das Geld borge und immer wenn mein Gehalt kommt, lege ich es wieder zurück. Wir sind kurz davor aus der Wohnung zu fliegen weil ich die Miete im August zurück buchen ließ, mein Freund weiß einfach von nichts. Die letzten zwei Monate ließ ich mein Gehalt wieder auf mein Konto buchen, habe naatürlich alles verspielt und meinem Freund, das blaue vom Himmel gelogen, ich gestand ihm letzte Woche zumindest das, weil ich mich so in meinen Lügen verhaspelt habe.
Tja jetzt habe ich 5 gerichtlíche Mahnverfahren am Hals weil ich weder meine Kreditkarte noch andere Dinge bezahlt habe. Drei Selbstmordversuche in den letzten zwei Wochen. Mein Sohn tut mir nur so schrecklich Leid, ich bezweifle nur, das ich da je rauskommen werde.
Eine Selbsthilfe Gruppe ist absolut nichts für mich. Eine Bereatung eher aber ich schäme mich soooo unheimlich arg für das ganze. Heute hatte ich wieder so einen extremen Drang zum spielen aber ich habe meinen Perso nicht gefunden, was ein Wunder...
Ich bedanke mich falls sich ´jemand diese Geschichte bis zum Ende durchgelesen hat. Sorry, das sie so lang geworden ist aber es hat gut getan, sich alles mal vom Herzen schreiben zu können.
Bekannten will ich definitiv nichts sagen, weil ich weiß, das alle sagen werden "Ich habe es gewusst"...
Gründe für mein Spielen gibt es nicht, außer die ich oben aufgezählt habe, die Bilder, das Herzklopfen bei den Freispielen. Keine schlimme Kindheit oder irgendwas mit Drogen usw.
LIEBE GRÜße[/b][/size][/size][/size][/size][/size]
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Immer wenn ich irgendwie mehr wie 50€ in der Tasche habe schaltet mein Hirn aus und ich gehe wieder spielen. Wenn ich kein Geld habe, bin ich nicht gereizt oder ähnliches. Also wenn ich keine Möglichkeit habe ins Casino zu gehen, dann ist es für mich ok. Aber soballd ich Geld in den Händen habe, gibt es keine Chance, ich nehme mir dann vor nur 20- 30€ zu verspielen, was natürlich nie der all ist, denn anders rum, würde ich mit 20-30€ nie ins Casino gehen.
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Hi Mila!
Ich werde Dir im Laufe des Tages noch einmal schreiben.
Nur soviel:
Es gibt keinen Grund sich zu schämen - wenn Du jetzt etwas unternimmst!
So könntest Du z.B. schon einmal die kostenlose Hotline anrufen, die oben rechts abgebildet ist auf dieser Seite.
Das wäre vollkommen anonym schon mal ein Anfang.
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Hi Mila und herzlich willkommen hier im Forum.
Unsere Geschichten, also die von vielen Spieler/innen gleichen sich.
Einmal dieser Sucht verfallen scheint es das wir uns in einer ausweglose hinein manövriert haben.
und was jetzt?
Das deine Situation nicht hoffnungslos ist kannst du u.a anhand vieler Beiträge hier im Forum lesen. Für einige war das Forum ein erster Schritt bzw. hat hier der Start in ein Spielfreies leben begonnen -und so wie du schon geschrieben hast "vielleicht wird auch mir dieses Forum helfen" kann ich dir nur antworten,
einen kleinen Schritt hast du nun gewagt also ein Anfang gemacht.
Weißt nun das diese Sucht sich nicht so eins zwei drei abschütteln lässt und du solltest dich (ganz wichtig) nicht dagegen sträuben jetzt die nötig Medizin einzunehmen! (wir sind Du bist Krank)
Für uns für dich gibt es durchaus verschiedene Möglichkeiten/Ansätze/Wege, damit diese Sucht gestoppt werden kann,
mir z.B hat damals dieses Forum geholfen und auch eine SHG die mir empfohlen wurde, hat einiges dazu beigetragen und lässt mich bis heute Spielfrei sein.
Andere wiederum lassen sich auf eine Ambulante oder Stationäre Therapie ein und wie du siehst/liest gibt es durchaus noch ganz andere Möglichkeiten wie sich nun das Leben zu nehmen!
Eins möchte ich dir zum Schluss noch schreiben (muss Arbeiten >:()...wenn du es wirklich ernst meinst, dann solltest du damit anfangen dich deinen Freund und eventuell auch deiner Familie gänzlich zu öffnen.
Spielfrei werden fängt mit absoluter Ehrlichkeit, nicht nur dir selbst aber auch anderen gegenüber an!
Alles andere und alles danach wird sich finden lassen.
LG Rainer
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Hi Mila!
Du bist ein klassisches Beispiel für einen Spieler, der alles alleine mit sich ausmachen möchte.
Bevor Du Dich jemandem öffnen möchtest, versuchst Du eher mehrfach den Suizid.
Wäre das aber eine Lösung? Für Dich? Deinen Freund? Euer Kind?
Die Welt ist nicht so schwarz, wie Du sie gerade siehst.
Du hast wahrscheinlich eine panische Angst Dich zu offenbaren - daher auch die Aussage über die SHG.
Willkommen im Club!
Lese Dir doch bitte einmal die Beiträge von Rainer durch.
Gerade in den Anfängen hier im Forum wirst Du Dich in Vielem wiedererkennen.
Zurück zu Dir ...
Du hast Dir bereits mehrfach bewiesen, dass Du das Spielen nicht aufgeben konntest.
Du hast aber auch eine wichtige Phase gehabt - Deine Schwangerschaft - in der Du die Erfahrung gemacht hast, dass es eben doch geht.
Der Knackpunkt für die Aufgabe dieser Phase war das Geld - Dein Suchtmittel, welches Dir zur Verfügung stand.
Was wäre gewesen, wenn jemand auf Deine Einnahmen und Ausgaben geschaut hätte im Bewusstsein um Deine Spielsucht?
Hättest Du dann gespielt?
Dir muss Dein Suchtmittel entzogen werden.
Erst dann wird sich der Suchtdruck radikal reduzieren.
Spreche auf jeden Fall mit Deinem Freund!
Rainer sagte es schon - absolute Aufrichtigkeit nach innen und nach außen ist das A und das O einer Genesung!
Der Schritt der Offenbarung ist ein ganz gewaltiger - er muss aber sein!
Dieser Schritt erfordert eine Menge Mut und Du wirst sicher im ersten Moment mit der Reaktion nicht zufrieden sein.
Es geht aber um Nachhaltigkeit.
Dein Freund wird sicherlich zunächst sehr enttäuscht und verletzt sein.
Wenn er Dich aber liebt, dann wird er auch zu Dir stehen und Dich in Vielem unterstützen können.
Das Vertrauen in Dich wird erst einmal zerstört sein - aber Du kannst es mit viel Engagement in Deine Genesung und durch weitere absolute Offenheit wiedererlangen können.
Wir Spieler modellieren uns unsere Welt, so wie wir sie sehen möchten.
Alles, was uns verletzen könnte, wird ausgeblendet, verleugnet oder beschwichtigend/verharmlosend "umformuliert".
weil ich mir dort auch noch unerlaubterweise das Geld borge
Meine Liebe, das Geld ist gestohlen!
Es ist natürlich prima, dass Du es schnellstmöglichst zurück legst - es bleibt aber ein Diebstahl.
Dies musst Du umgehend einstellen - egal, wie dreckig es Dir finanziell geht.
Oder möchtest Du riskieren eine Anzeige zu erhalten? Den Job zu verlieren und von Deiner Familie getrennt in den Bau einzuwandern?
Habt Ihr eine Vertrauensperson in der Firma?
Wenn ja, dann kontaktiere diese und lege auch hier alles offen.
Vielleicht kann ja jemand "mit" auf die Gelder schauen oder Du kannst sogar diese Quelle des Suchtmittels für Dich komplett verschließen.
Hast Du schon die Hotline angerufen?
Hast Du Dir schon eine Beratungsstelle herausgesucht und angerufen?
Mila ... es ist an der Zeit einen radikalen Schritt zu wagen - nur so kann es anschließend wieder aufwärts gehen!
Bitte teile Dich weiter mit ...
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Hallo, danke für die Antworten. Ja heute war Donnerstag, ist bei mir gegenüber gleich die Diakonie, die sich mit dem Thema Sucht befasst. Wie so oft bin ich los und wollte eigentlich hin und einen Termin ausmachen. Natürlich habe ich es mal wieder nicht geschafft, schlimmer stattdessen habe ich wieder 50€ verspielt.
Es ist wie eine innere Blockade, ich traue mich da einfach nicht hin. Ich war schon einmal bei einer Psychologin, sie war in meinem Alter, ich kann euch den Grund noch nicht einmal nennen, wieso ich mich so sehr schäme, wahrscheinlich ist es die Angst, das man einen nicht versteht.
Meinem Freund habe ich mich mehr oder weniger offenbart, er weiß nur noch nichts von den Kreditkarten und von der August Miete. Sein momentaner Stand ist, das ich spielsüchtig bin und zu einer Beratungsstelle gehe. Was ich ja aber immer noch nicht gemacht habe.
Ja Olli, da hast du ins Schwarze getroffen, ich bin ein Mensch, der es mit sich selbst ausmachen will aber kläglich darin scheitert.
Ich lese mir jetzt mal Andreas Geschichte durch, wenn ich sie denn finde.
Und werde jetzt mal eine Email an die Diakonie schreiben.
Vielen Dank für eure Worte.
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REINER seine Geschichte meinte ich. So und die Email an die Diakonie ist verschickt. Mal schauen wie es ´jetzt weitergeht.
Liebe Grüße
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Ich lese mir jetzt mal Rainers Geschichte durch.
Meine Geschichte fängt an mit einen "Ernst gemeinten" Hilferuf an dieses Forum,
war damals mindestens genauso Ratlos wie Du es wahrscheinlich momentan auch bist.
Weiterhin hatte ich mir vorgenommen alles erdenkliche/notwendige dafür zu tun um meine Sucht zu stoppen -und ein erfolg wurde mein Vorhaben (spielfrei sein und bleiben) weil ich mich (der Kranke Zocker) auf die erfahrene User hier im Forum eingelassen habe, weil mir deren Worte nicht einfach am Arsch vorbeigegangen sind!
sooooo das war meine Geschichte (in ganz kurz ;))
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Hi Mila!
Immerhin ...
... die EMail ist raus ...
... Dein Freund weiß nun ein wenig mehr ...
Ich weiß, wieso Du Dich schämst - na rate mal woher ... ;-)
Du hast einfach Angst, weil Du Fragen erwartest und keine Antworten kennst.
So ist das nun einmal mit uns Menschen.
Wir werden nicht mit dem psychologischen Wissen geboren, wofür ein Profi etliche Jahre studieren muss.
Das Wissen dieser Personen dürfen wir aber nutzen.
Und so wirst Du Dich im Laufe der Zeit besser verstehen lernen.
Daraus resultierend wirst Du auch Dein Verhalten ändern können.
Den Kopf vor der unausweichlichen totalen Offenbarung in den Sand stecken bringt Dir aber auch nichts.
Was, wenn es Dein Freund vorher herausfindet?
Willst Du diese Angst ständig mit Dir herum tragen?
Das ist doch eine riesige Last!
Auch sie hat Dich sicherlich wieder spielen lassen.
Ich kann nur noch einmal meinen und Ilonas Vorschlag wiederholen die Hotline anzurufen.
Sehe es doch als eine Übung für den Besuch der Diakonie an.
Sicherlich wirst Du einen positiven Eindruck erhalten und motiviert die nächsten Schritte angehen können.
Gerne darfst Du uns darüber berichten. Und sollten sich Fragen auftun oder Dich Zweifel plagen - wir werden gerne Stellung dazu beziehen.
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Hi Mila!
Isch noch emal ...
Dies hier hat mir noch zu denken gegeben:
wahrscheinlich ist es die Angst
Bist Du generell ängstlich?
Oftmals werden solche Aussagen gerne von außen übernommen.
Gerade als Kind, wo es noch gar nicht weiß, wer es wirklich ist, ist ein Mensch froh, eine solche Aussage vorgesetzt zu bekommen.
Weil es eben von außen kommt, wird es gerne als gegeben angenommen.
Solche eine Aussage kann aber auch zur Blockade werden - weil es eine Ausrede ist.
Wenn ich ängstlich bin, dann brauche ich auch nichts zu verändern.
Das rettet aber die Situation nicht - und speziell nun bei Dir wird sie sich im Laufe der Zeit nur verschlechtern.
Aus einer kleinen Doku von einem Psychologen gibt es da aber einen kleinen Trick.
Ritualisiere alltägliche Handlungen, z.B. das Öffnen einer Tür (Du weißt ja nicht, was dahinter auf Dich wartet) mit dem Gedanken "Ich bin mutig".
Mache das ein dutzend Mal am Tag und Du wirst schon nach ein paar Tagen sehen - Du wirst Dich tatsächlich mutiger fühlen!
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Guten Abend, Reiner deine Geschichte habe ich mir gestern noch durchgelesen. Meinen vollen Respekt an dich bzw an euch.
Ja ich bin sehr ängstlich, was Kontakt mit Menschen angeht. Ich bin sehr verschlossen und vorsichtig, was das angeht.
Werde aber sobald ich mal ne halbe Stunde alleine zu Hause bin, bei der Hotline anrufen.
Heute ist es nämlich wieder passiert, hatte 100€ von der Arbeit dabei, habe mein Kind in den Kindergarten gebracht und bin wieder in der Spielhölle gelandet. In der letzten Zeit hat mir, das STOP laut erwähnen, sehr geholfen aber seit gestern, wo das schöne Weihnachtsgehalt kam, ist natürlich alles wie vergessen. Die 100€ wollte ich eigentlich zur Arbeit bringen, ja dann waren die weg. Bin dann zur Bank, mein Freund hat meine EC-Karte & Personalausweís vor mir versteckt. Selbst diese Hürde habe ich geschafft, und konnte mit ganz vielen Lügen Geld am Schalter abheben und bin wieder in der Spielhölle gelandet. Ja nach noch nicht mal einer Stunde, waren mal wieder 250€ weg und ich bin kein bisschen gesünder oder stärker wie die 24h zuvor...
Mir wurde von der Krankenkasse eine Mutter Kind Kur angeboten, vielleicht werde ich die in Angriff nehmen...
Ja und zu meinem Freund, ich will ihm alles ganz langsam beichten. Reicht jetzt auch schon wieder, das ich ihm das von heute beichten muss...
Schönen Abend und bis in 24h ... Morgen werde ich zumindest keine Möglichkeit haben, spielen zu gehen...
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Hi!
Meinst Du nicht auch, dass wenn Du langsam beichtest, Du auch langsam weiter spielst?
"Ich bin mutig!"
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Hallo, da bin ich wieder. Gestern war alles tutti Frutti. War arbeiten, kein Verlangen, nichts.
Heute wurde ich wieder rückfällig. Wollte einkaufen gehen, bin dann natürlich im Casino gelandet, auch wenn es heute "nur" 50€ waren, bereue ich es schon wieder. Musste eigentlich bis heute meinen Eltern 350€ zurück geben, die ich natürlich nicht habe, aber das wären zumindest die ersten 50€, die ich denen zurückgezahlt hätte.
Gerade wollte ich mir eine Paysafe Karte holen, dann entschied ich, hier ein paar Geschichten von Spielern durch zu lesen, gerade geht's mit dem Verlangen wieder und ich fahre erst mal nicht.
Am Donneerstag habe ich einen Termin bei der ötlichen Diakonie. Habe Angst, das ich vor Scham, nicht hingehen werde. Ich hoffe, ich schaffe es.
Naja, liebe Grüße
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So paar Stunden später... natürlich war ich nochmal an der Tankstelle, waren zwar wieder nur 10€ aber wieder 10€ zu viel... Ich hoffe das ich jemals da raus komme aber ich bezweifle es gerade.
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Zu einer Erkenntnis bin ich heute, nach langem Überlegen gekommen. Und zwar wieso ich nicht zur Selbsthilfegruppe will. Ich weiß gar nicht, wie ich es in Worte fassen kann, ohne komplett abgehoben zu klingen...
Wenn ich mir die Leute in den Casinos anschaue, das sind Menschen, die sind total, das Gegenteil von mir.
Ich bin schon mein ganzes Leben darauf aus, ein perfektes Bild abzugeben. Wenn ich an so eine Selbsthilfegruppe denke, dann sehe ich da nur: Alte oder junge Männer oder Arbeitslose.
Ich kann mit diesen Menschen über Gott und die Welt reden, aber ich kann mir nicht eingestehen, das ich zu ihnen gehöre.....
ich weiß diese Worte, waren bestimmt sehr abgehoben aber ich möchte hier trotzdem so offen und ehrlich wie möglich schreiben... um später, wenn ich alles geschafft habe, zurück zu blicken und stolz darauf zu sein, nicht mehr dazu zu gehören... irgendwann, hoffentlich bald...
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hi Mila
ich kann alles was du schreibst so gut nachempfinden...es ist ganz schlimm, es kann noch schlimmer werden..wird es mit Sicherheit, wenn sich bzw Du nichts änderst.
Es sit ja nicht nur Geld was verloren geht...das ist doch gar nichts gegen all das was Wichtiger ist...dir aber momentan noch nicht Wichtiger sein kann. Es ist dein Kind..was du aufs Spiel setzt..es ist deine Partnerschaft..es sind deine Nerven, dein Selbstwertgefühl..dein LEBEN !!!
Spielsucht ist eine Verhaltensstörung...Prozesse, Impulse die automatiesiert sind und gestoppt werden können und müssen. Alleine wird es dir nicht gelingen...wie lange willst du das noch versuchen..wann kannst du dir denn endlich eingestehen..dass du schwächer /hilfloser bist, als du es gerne sein willst ??
Ja der Weg daruas..fängt mit Ehrlichkeit an...besonders auch zu sich selber ! ...das wird geübt..solange bis es ganz Normal für dich ist ....zbsp
Zu der Sch***e die du baust, stehen zu lernen...und nicht vertuschen ...heißt auch Verantwortung übernehmen. Das stärkt das Selbstwertgefühl !! probiere es einfach mal aus !
Beschäftige dich damit, zu verstehen und was du dagegen tun kannst..stecke deine Energie da hinein...und Jammer nicht nur..und tu dir selber leid......
Bist du dir sicher, dass du aufhören willst mit dem Spielen ??? oder würdest du weiter spielen wollen...wenn du keinen Verlust mehr hättest, sondern Gewinne?
Das Suchtgedächnis ist nämlich in der nassen Zeit sehr aktiv..es sendet pausenlos..gehe über Los und ziehe XXX € ein....
Dieses Gedächnis, das dich zu Impulshandlungen anmiert, die du aber bewusst stoppen lerenen kannst...ist stärker als zbsp das Gedächnis daran..wie scheiße man sich durch das spielen fühlt, so das man sogar sein leben deswegen beenden will. Ist schon grass...
Die gute und positive Nachricht ist und bleibt...man kann damit umgehen lernen...gegensteuern lernen...Ja ich glaube daran, dass es zu mindest theoretisch jeder kann....und Dir wünsche ich es sehr !!
lg libelle
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Hallo,
so momentaner Stand ist, seit 3 Tagen nicht gespielt, auch wenn mein ´Hirn immer mal wieder ausgesetzt hat und spielen wollte. Momentan fühle ich mich sogar wirklich stark, dagegen anzukämpfen, vielleicht liegt es auch daran, das mein Partner mir kein Geld in die Hände drückt.. Mal schauen wie es ist, wenn ich wieder hunderte Euros in den Händen habe, ob ich dann stark genug bin.
Heute war der Termin bei der Diakonie, war relativ kurz 20 min schätze ich mal. Sie empfiehlt mir auch die SHG; momentan möchte ich das noch vermeiden. Wir sprachen über eine Stationäre Therapie, was aber mit meinem Kind momentan absolut nicht möglich ist.
Nächste Woche Donnerstag, muss ich wieder hin und wir überlegen uns was.
Mein Partner war bei dem Termin heute mit dabei und ist auch den Tränen nahe gewesen, sowas habe ich bei ihm noch nie erlebt. Er will auch mit mir zusammen zu der SHG, ich soll es mir bis nächsten Donnerstag mal überlegen.
Olli, zu meinen Zielen:
-in genau 3 Jahren schuldenfrei zu sein
-Eigenheim, wohnen der Zeit in einem schönen Haus zur Miete, sowas will ich selber in den nächsten 10 Jahren haben
-natürlich komplett spielfrei zu sein
- meinen Eltern, das verzockte Geld zurückzahlen
-auf der Arbeit, keinen Cent mehr anzufassen
Ich habe es schon mal geschafft spielfrei zu werden, diesmal schaffe ich es für immer...
Liebe Grüße
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Hi Mila!
Entschuldige bitte, wenn ich Deinen Beitrag nun etwas zerpflücke.
Bei den Vorlagen kann ich einfach nicht widerstehen, Dir ein paar Anregungen zu liefern: ;)
Du hast Dich am 25.11. hier angemeldet, ein paar Tage später bei Rainer.
Nun hast Du vor 4 Tagen gespielt. Warum?
Hast Du Dich das schon gefragt?
Die Antwort darauf ist nicht wirklich einfach - irgendwann müssen/dürfen/sollten/könnten wir aber ja mal damit anfangen.
Ein Indiz könnten Deine Ziele sein.
Punkt 1: Thema Geld
Punkt 2: Thema Geld
Punkt 3 ist kein Argument/Ziel im Sinne der Frage
Punkt 4: Thema Geld
Punkt 5: Thema Geld
Für Dich ist Geld momentan Dein Suchtmittel.
Alles dreht sich gedanklich nur darum.
Dafür machst Du gerade alles, sogar Beschaffungskriminalität.
Daher ist es immens wichtig, dass Du mit Deinem Partner zusammen ein Geldmanagement machst.
Wenn Du dies, sagen wir einmal grob, ein Jahr machst UND aufrichtig an Dir in SHG/Beratung und evtl. Therapie arbeitest, dann wird für Dich auch das Suchtmittel wieder zum gesetzlichen Zahlungsmittel.
Zurück zu Deinen Zielen!
Da sich das menschliche Gehirn schlecht negative Dinge merken möchte, hier mal ein Versuch meinerseits:
1. Ich möchte aufrichtig sein.
2. Ich möchte stolz auf mich sein.
3. Ich möchte an meinen Fehlern arbeiten und wenn es mir möglich ist, diese abstellen.
4. Ich möchte mit meinem Partner eine glückliche Beziehung führen.
5. Ich möchte Vertrauen in Andere genießen und ich möchte Vertrauen in mich aufbauen und erhalten.
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OK, ich hatte es jetzt einfach - Du hast es nun etwas schwerer DEINE individuelle Liste fort zu führen.
Sie empfiehlt mir auch die SHG; momentan möchte ich das noch vermeiden.
Wieso zum Kuckuck haben denn alle so viel Angst vor einer SHG? ;)
Schau mal hier:
http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/Brosch%C3%BCren_Archiv/ZehnGuteGruende_web-einzelseiten__2_.pdf
Ich kann Dir sagen, obwohl ich absolut nicht der große Redner war, alleine das Zuhören hat mir schon geholfen.
Dies ganz speziell in der Anfangszeit meiner Abstinenz!
Wir sprachen über eine Stationäre Therapie, was aber mit meinem Kind momentan absolut nicht möglich ist.
Natürlich ist es möglich!
Merkst Du eigentlich, dass Du "Gründe" suchst Dir nicht helfen zu lassen?
Ist dem Kind geholfen, wenn die Mutter Haus und Hof verzockt und evtl. widerholt durch Beschaffungskriminalität in den Bau wandert? Das Kind von Heim zu Heim zu Pflegeeltern geschoben wird?
Du hast bisher nur "Glück" gehabt, dass Du nicht aufgeflogen bist!
Du hast Dir gegenüber zu aller erst und dann Deinen Lieben gegenüber die PFLICHT alles Erdenkliche für Deine Genesung zu unternehmen!
Habe ich jetzt zu viel Druck aufgebaut? Dann lese das Skript noch einmal.
Die Hauptperson darin bist DU!
Ist Dir eigentlich bewusst, wie WICHTIG Du bist?
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Hallo, ja Olli, da bist du knallhart. Ja das habe ich auch nicht bestritten, das meine Ziele, etwas mít Geld zu tun haben. Alles was drum herum passiert, ist für mich selbstverständlich. Und eine stationäre Behandlung ist mit Kind, 16 Wochen definitiv nicht möglich, maximal eine Woche aber das bringt ja nichts. Momentan ist die Selbsthilfegruppe immer noch kein Weg für mich. Mein Mann will sich, das aber am Donnerstag mal anschauen. Mal schauen, was er mir berichten wird. ´Zuvor habe ich am Donnerstag einen zweiten Termin bei der Diakonie.
Heute ist Tag #8 wo ich nicht mehr gespielt habe. Meinem Mann, habe ich vorgestern, einen großen Teil gebeichtet. zb. das wir die Kündigung für unser Haus hatten. Und wir demnächst hier ausziehen müssen. Er hat ganz anders reagiert, wie ich es mir vorgestellt habe. Er hat mich in den Arm genommen und mit mir ganz normal geredet. Abends überwies er das Geld an die Baugenossenschaft. Ich hoffe doch, das wir jetzt hier wohnen bleiben dürfen.
Heute Morgen, hatte ich den Tag für mich. Mehrere Stunden, normalerweise wäre ich im Casino gelandet aber heute, da hab ich es richtig genossen, habe in Ruhe geputzt, war danach einkaufen und war noch eine Runde in Ruhe auf dem Weihnachtsmarkt. Sowas hätte es bis vor Kurzem nicht gegeben.
Mir schießt zwar ab und zu der Gedanke drch den Kopf spielen zu gehen. Nur 20€ sind ja nicht schlimm < das sind Gedanken, die mich sehr wütend machen. Aber ich habe gelernt zu verstehen, das es nie bei den 20€ bleibt...
Naja dieses Tagebuch hilft mir sehr. Einfach niederzuschreiben, wie es einem geht. Ich freue mich darauf, in einem Jahr, das alles kopfschüttelnd durch lesen zu können.
Schönen Tag !
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Liebe Mila,
bin gerade arg im Stress. Daher nur kurz. Weißt du, dass es Kliniken gibt, die dich mit Kind aufnehmen?
LG Ilona
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Hi Mila!
Ich weiss nicht, ob ich Dich richtig verstanden habe, daher muss ich nachfragen:
1. Ich möchte aufrichtig sein.
2. Ich möchte stolz auf mich sein.
3. Ich möchte an meinen Fehlern arbeiten und wenn es mir möglich ist, diese abstellen.
4. Ich möchte mit meinem Partner eine glückliche Beziehung führen.
5. Ich möchte Vertrauen in Andere genießen und ich möchte Vertrauen in mich aufbauen und erhalten.
...
Ist das das Drumherum, was für Dich selbstverständlich ist?
Und wieso lebst Du es dann nicht konsequent?
Zum Zwecke der Suchtausübung war dies alles Dir egal!
Es war nicht selbstverständlich - Du hast das Selbstverständliche verdrängt.
Fokussiere Dich wieder auf Deine Werte und Ziele - und die Abstinenz wird zur Selbstverständlichkeit.
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Hi, ja die Dinge sind für mich selbstverständlich um in ein neues Leben zu starten, in der Sucht, war es nicht selbstverständlich. Aber natürlich ´hast du recht, mit diesen Punkten.
Zu den Kliniken, ja das hat man mir gesagt. Ich werde es mir morgen nochmal anhören, weil es hier in der Nähe wohl auch ne Frauenklinik geben soll. Was für mich eine Option wäre.
Heute hat mein Mann mir 800€ mitgegeben, ich musste wichtige Dinge überweisen. Unsere Ortssparkasse ist direkt neben meiner Stamm Spielothek. Es war ein komisches Gefühl, normalerweise wäre ich mit der Summe sicher da oben gelandet, aber nein ich blieb stark. Momentan fühle ich mich sehr stark, ich hoffe das es nicht wieder vorbei geht.
Schönen Tag :)
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Hallo Mila,
das ist wirklich sehr stark, das Geld korrekt überwiesen zu haben.
schöne 24 Stunden
Andreas
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Guten Abend, ich bin ebenfalls neu hier und auch ich habe ein Spielproblem. Bei mir sind es jetzt nicht die ganz hohen Schulden, aber ich habe auch viel weniger als die meisten somit sind die Schulden, die ich habe schon genug. Ich war auch schon bei einer Selbsthilfegruppe. Die mir aber nichts gebracht hat. Vor 7 Wochen ging ich zur Diakonie für einen 12 wöchigen auffenthalt in eine Klinik für Spielsüchtige, allerdings warte ich da noch auf Antowrten und zustimmung der Krankenkasse. Naja wir sitzen alle in einem Boot und auch ich habe so ein Gefühl, dass ich da nicht mehr rauskomme. Wäre auch toll wenn mich einige Leute hier mal anschreiben, für einen Austausch. LG Erdi
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Hi Erdi!
Herzlich willkommen!
Es wäre schön, wenn Du einen eigenen Strang/Beitrag eröffnest und dort über Deine momentane Situation berichtest.
Der Thread wäre dann Dir ganz alleine - genauso, wie dieser hier Mila gehört!
Ein eigener Thread erleichtert auch die Nachvollziehbarkeit Deiner Geschichte - der Vergangenen und der Zukünftigen.
LG
Olaf