Guten Morgen Simone!
Mache Dir doch selbst keinen Stress mit einer poteniellen Klinik. Der Drops müsste doch überhaupt erstmal hergestellt werden, bevor er gelutscht werden kann. Dabei steht noch nicht mal fest, ob er überhaupt nach Deinem Geschmack ist und Du ihn ggf,. dann doch ablehnst.
Es macht mich heute immer etwas traurig zu sehen, wie jemand gegen Windmühlen kämpft. Hauptsache ich schaffe es "irgendwie" ...
Was möchtest Du denn da ohne Plan überhaupt schaffen? Das Spiel zu kontrollieren? Das ist es doch eigentlich, was Dich stolz macht, nicht wahr? Nicht die Abstinenz der einen Woche, sondern das Gefühl ein wenig Macht über Deine Sucht zu erhalten. Das Ding ist doch nur ... wir haben diese Kontrolle nicht mehr. Sie ist verloren. Gerade, wenn Du schon Probleme mit einer Sucht hattest, zeigt das doch, dass da etwas ist, was Dich in die alten Verhaltensmuster immer wieder zwingt. Die Form der Suchtausübung ist da zweitrangig. Es geht damit um das Gefühl.
Das blöde bei der "Kontrolle" ist, dass Du Dich belohnst mit dem, was Dir doch eigentlich schadet. Nun sitzt Du da und trauerst um das verspielte Geld und bestrafst Dich in Gedanken für Dein Verhalten. Also gibst Du Dir ein Verbot und versuchst es wieder mit Kontrolle. Nur eine Zeit lang, um wieder Stolz zu verspüren und Dich dann zu belohnen. So bewegst Du Dich in Deinnem Dir eigenen Hamsterrad weiter und weiter und was verlierst Du dabei?
Es sind Zeit, Geld und vor allem ... Dein Wertgefühl!
Nun kommen wir mal zu den falschen Glaubenssätzen ... Du hast gespielt, um mit jemandem eine gemeinsame Zukunft aufzubauen? Wie soll das gehen? Müsstest Du dann nicht damit anfangen mit dieser Person Zeit zu verbringen? Dich zu isolieren für das Glücksspiel ist doch genau das Gegenteil? Eine gemeinsame Zukunft funktioniert nur mit Vertrauen. Doch die schenkst Du der Person gar nicht. Im Gegenteil, Du belpgst sie durch Dein Schweigen. Könnte die Person Dich vielleicht unterstützen wieder aus der Sucht auszusteigen? Du lässt es nicht zu ... also willst Du auch gar nicht da raus. Tja, und zum Schluss ... Glücksspiel funktioniert nicht so, wie Du es Dir suggerierst. Du kannst nicht "gewinnen". Das kann nur jemand, der sonst nie spielt und dann tatsächlich die seltene Gelegenheit bekommt "Glück" im "Spiel" zu haben.
Unsereins, liebe Simone, nutzt solche Ereignisse nicht, um das gewonnene Kapital anzusparen. Wir nutzen es für das nächste Spiel. Für uns gibt es kein "genug" ... es geht immer weiter ... Und Du weisst selbst, wohin dauerhaftes Glücksspiel uns führt ... in die Verschuldung.
Nein, nein ... die Glücksspielsucht wird gerne als eine Störung der Gefühlsregulation beschrieben. Wir wollen uns im Spiel fühlen. Dabei suchen wir uns aber nur die extremen Emotionen heraus. Wann warst Du das letzte Mal in einem Wald, hast Dich dort auf eine Bank gesetzt und einfach mal den Geräuschen des Waldes zugehört? Wenn der Wind durch die Baumkronen weht und diese beweht? Das Knacken des Unterholzes, wenn Tiere aller Art sich fern Deiner Augen fortgewegen? Das Zwitschern der Vögel ... vielleicht der Schrei eines Kauzes.
Das kannst Du derzeit gar nicht mehr genießen, weil Du Dich selbst über die extremen Emotionen im Spiel abstumpfst. Dein Körper hat auf die massive Ausschüttung der Endorphine längst reagiert, indem es sie nur noch in geringem Umfange verarbeitet.
Wenn ich heute ehrlich zu mir bin, und in gewissem Maße war mir das im damaligen nassen Zustand auch bewusst, wollte ich mich damals nicht als Partner gehabt haben. Mir war das Spielen lieber als die Partnerschaft ... und meine Liebe ... bei Dir ist es genauso.
Aber ist das nicht traurig? Du möchtest die Person schützen, vor der Du Dich offenbaren könntest, weil sie Dich liebt und an Dich glaubt? Kokolores ... Du schützt Deine Sucht und ihre Ausübung. Du schützt das alles, weil Du denkst, dass Du es brauchst .... ohne sie etwas Wichtiges verlierst und nicht weisst, wie es ohne sie weiter gehen wird.
Da kommt mir wieder in den Sinn, wie Peter im Seminar fragte: Ist Sucht ein Problem?
Nein, Sucht ist kein Problem. Ein Problem kann man lösen. Was ist Sucht aber dann? Sie ist eine Tatsache!
Sie lässt sich nicht aus der Welt wünschen. Wir können sie schönreden, doch schöner er wird sie dadurch nicht!
Sie ist, was sie ist! Tatsachen werden geschaffen und sie bleiben Tatsachen.
Wir können die Sucht zum Stillstand bringen, doch wir werden den Rest unseres Lebens mit ihr verbringen.
Wir müssen aufpassen, dass wir nicht wieder, wie Du, meine Liebe, in alte Verhaltensmuster fallen.
Also frage Dich, was Du verlierst, wenn Du offen und ehrlich an eine dauerhafte Abstinenz denkst?
Was verlierst Du, wenn Du Dich offenbarst und was gewinnst Du dabei? Na, das wäre doch mal eine kleine Aufgabe an Dich, nicht wahr? Erstelle eine Liste darüber. Habe davor keine Angst, Dir kann ja nichts passieren. Du machst sie ja nur für Dich alleine.
Heute abend ist Webmeeting. Auch hier kann Dir nichts passieren. Drücke kurz vor 19 Ihr einfach pünktlich auf den Link in meiner Signatur und warte ab, was passiert ... Deine Kamera ist voreingestellt erst einmal aus und Du entscheidest, ob Du sie einschaltest, oder nicht. Traue Dich ...
